Biegsamkeit

Anne, April 2019

Der Frühling lädt ein, sich mit den Qualitäten des Elementes Holz auseinanderzusetzen. Einer seiner Aspekte ist die Biegsamkeit. Vielleicht assoziierst du Biegsamkeit eher mit negativen Attributen wie Schwäche, siehst Biegsamkeit als Willensschwäche, als Unfähigkeit, Widerstand zu leisten oder auch als fehlendes Durchsetzungsvermögen. Du denkst vielleicht auch, dass «biegsame» Menschen keine Meinung haben. Stärke wird oft mit Klarheit, Beständigkeit und Durchsetzungsfähigkeit gleichgesetzt. Wann aber wird Stärke zur behindernden Starrheit? Wenn wir aber den Blick auf die Natur richten, können wir erkennen, dass es Sinn macht, den Begriff Stärke zu überdenken: Das Festeste und Dauerhafteste in der Natur ist weich, sanft und nachgiebig. Ein Baum, der dem Ende nahe ist, wird hart, spröde und fällt leicht beim ersten Sturm oder fängt schnell Feuer. Es gehört auch zu unserem Alterungsprozess, dass wir Biegsamkeit verlieren. Doch gehört dazu auch der Verlust der Biegsamkeit in Denkprozessen und in unserem Verhalten?
Es ist also letztlich nicht die entscheidende Frage, wie starr unser Körper ist, sondern wie starr wir im Denken und in unserem Herzen sind. Ist es nicht die Weichheit, die uns in stressigen Situationen weiterhilft?
Beugen wir uns also ganz im Zeichen des Frühlings und nähren in gewohnter Weise unsere sanfte und weiche Yin Energie.