Über die Geduld

Anne, November 2020

«Man muss den Dingen die eigene, stille, ungestörte Entwicklung lassen, die tief von innen kommt und durch nichts gedrängt oder beschleunigt werden kann, alles ist austragen — und dann gebären …
Reifen wie ein Baum, der seine Säfte nicht drängt und getrost in den Stürmen des Frühlings steht, ohne Angst, dass dahinter kein Sommer kommen könnte.
Er kommt doch!
Aber er kommt nur zu den Geduldigen die da sind, als ob die Ewigkeit vor ihnen läge, so sorglos, still und weit…
Man muss Geduld haben
Mit dem Ungelösten im Herzen, und versuchen die Fragen selber lieb zu haben, wie verschlossene Stuben, und wie Bücher, die in einer sehr fremden Sprache geschrieben sind.
Es handelt sich darum, alles zu leben. Wenn man die Fragen lebt, lebt man vielleicht allmählich, ohne es zu merken, eines fremden Tages, in die Antworten hinein.»
— Rainer Maria Rilke

Ich bedanke mich nochmals ganz herzlich für eure große Unterstützung und Bereitschaft, online mitzumachen. Schaffen wir so gemeinsam den Raum, in dem wir versuchen «die Fragen lieb zu haben» , entspannt vor den «Büchern in einer sehr fremden Sprache» zu stehen, wissend, dass der nächste Sommer kommen wird…
Ja, es geht um das Schaffen inneren Raumes und das Loslassen von Konzepten. Loslassen von «Richtig oder Falsch» und «Gut oder Schlecht». Das Loslassen von Form und dadurch das Wahrnehmen des inneren Raumes. «Ja-Sagen» zum gegenwärtigen Augenblick!